Christian Felder

Google Chrome OS Review

Vor ein paar Tagen hat Google das neue Open Source Betriebssystem Chrome OS veröffentlicht. Es handelt sich, wie man es von Google gewohnt ist, vorerst um eine sehr rudimentäre Entwickler-Version. Aus Neugier habe ich mir das Teil mal auf einer virtuellen Maschine installiert.

Ein anhaltender Trend ist, dass sich Desktop Applikationen zunehmend ins Web verlagern. Es gibt ja schon zig Alternativen zu Mailprogrammen, Powerpoint und sogar Photoshop. Google springt mit dem neuen Betriebssystem auf genau diesen Trend auf.

Wenn man sich durch die derzeitige Version von Chrome OS klickt wirkt das ganze sehr unspektakulär. Es ist schliesslich “nur ein Browser”. Hingegen fehlen viele Dinge, die man sich von bisherigen Betriebssystemen gewohnt ist. Natürlich hat es seine Berechtigung und diese liegt vermutlich vorwiegend bei Netbooks. Durch das schlanke Design startet das Betriebssystem schnell und verbraucht wenig Strom.

Chrome OS Applikationen

Chrome OS Googlemail

Ein Endanwender nimmt aber trotzdem starke Einschränkungen in Kauf und es ist erstmal ein grosses Umdenken angesagt.

  • Applikationen sind nur Bookmarks
  • Man kann nichts installieren
  • Es gibt keinen Filebrowser
  • etc.

Interessant ist, dass bei der Entwicklung der Fokus unter anderem auf die Sicherheit gelegt wurde. Google verspricht, dass Chrome OS unanfällig für Viren und Malware ist. Dafür sorgt ein ausgeklügeltes Sicherkeitskonzept. Wobei ich hier anmerken möchte, dass eine hohe Sicherheit auf Betriebssystem-Ebene nicht viel gegen die Gefahren nützt, welche von Webapplikationen ausgehen (CSRF, unverschlüsselte Verbindungen, Datenverlust, etc).

Ich denke pro Argument dafür gibt es immer auch ein Argument dagegen.

  • Daten in der Cloud, keine Backups → Keine Kontrolle über Daten
  • Keine Installation von Programmen → Internetverbindung immer notwendig
  • etc.

Trotzdem finde ich, dass mit Chrome OS ein wichtiger Schritt gemacht wurde. Ich als Entwickler von Webapplikationen finde das natürlich trotz aller Bedenken sehr spannend.

Was denkt ihr dazu? Ist das die Zukunft oder nur eine kurzlebige Schnapsidee?

Kommentare

  • Philipp
    Dienstag, 24 November

    Ich glaube die mässige Abdeckung für mobilen Breitbandzugang wird Chrome OS vorläufig stoppen.
    Denn Netbooks sind für unterwegs. Unterwegs bin ich auf Hotspots und Mobilfunk angewiesen. Selbst in der Schweiz, wo wir ein relativ dichtes Netz haben, ist die Abdeckung nicht verlässlich genug, wenn man das Netbook wirklich produktiv nutzen will.

    Ich sähe momentan bessere Chancen für einen supergünstigen Desktop für (weniger versierte oder ältere) Leute, die den Computer sowieso nur für E-Mail und Internet nutzen.

  • Christian Felder
    Dienstag, 24 November

    Ja, das wäre ein ganz interessanter Case! Wobei dann die Komplexität durch verschiedene “Apps”, die verschieden aussehen und verschieden bedient werden müssen, vielleicht ins Gewicht fällt.

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